Mal ganz unabhängig vom Eliza-Effekt (oder dem Turing-Test), ich habe in den vergangenen Wochen viel mit KI-Funktionen gearbeitet. Im Beruf beim Erstellen von Konzepten, zu Hause als Gesprächspartern zum Aktivieren von kreativen Gedanken. Und ich komme langsam an die Stelle, wo ich glaube verstanden zu haben, wie ein sinnvoller Einsatz von KI funktionieren könnte. Aber auch spüre, wo ich in meinem Umgang mit KI meinen eigenen kognitiven Rhythmus absichern muss. Ich bin spürbar langsamer als KI und das gilt es im Arbeiten mit KI nicht zu übersehen.
Was im beruflichen Kontext einen Nutzen darstellt, die Erhöhung von Produktivität, schafft im kognitiven Kontext eine Herausforderung: die Erzeugung von Konzepten oder Ideen/Überlegungen im Dialog erfolgt in viel kürzerer Zeit. Wer auch immer keine Welt im Kopf aufbaut, für den ist das gut. Da strömt der Content einfach durch und kondensiert z.B. in Konzeptdokumenten (ich denke aber auf Kosten der Qualität der Konzepte). Für mich ist das schwieriger. Ich brauche die Welt im Kopf, meinen Assoziationsraum. Ich muss das Besprochene begriffen haben. Und an manchen Stellen geht mir das viel zu schnell. Und hier gilt es bewusst einzubremsen. Die Qualität des Miteinanders und die Qualität des Ergebnisses ist gut. Die Geschwindigkeit des Gestaltwerdens von Gedanken und Überlegungen zwingt mich aber dazu Pausen (durchaus mehrtägige oder -wöchige) einzulegen.
Wenn das gelingt, finde ich aber, dann funktioniert KI wirklich gut als Sparringspartner. Oder als Dokumentenschreiber.
