Was, wenn wir alle in unserem eigenen Kosmos verhaftet sind, in einer Welt leben, die sich als eine Konstruktion unserer subjektiven Wirklichkeit darstellt. Eine irritierende Vorstellung: wieviel von dem Außen nehmen wir denn ‚tatsächlich’ wahr? Und wenn wir es wahrnehmen, – eine Repräsentation eines Signals aus der Welt außerhalb unseres Kopfs konstruieren -, welchen Anteil nimmt das an dem konstruierten Weltmodell ein? Je nachdem, in welcher körperlichen oder mentalen Verfassung wir uns befinden, sind wir mehr oder weniger in der Lage solche Repräsentationen in dieses Modell zu integrieren. Für den Alltag ist das eine willkommene Optimierung. Es erlaubt uns mit vielen Dingen reflexartig, ohne genauer darüber nachzudenken, umzugehen. Für unsere Selbstbild in jedem Fall ein Anlass darüber zu reflektieren, wieviel „Matrix“ in unserem Denken enthalten ist.

 

Zwischenräume ist eine Arbeit, die episodenartig Momente des Alltags festhält. Eines Alltags, der in großen Teilen reflexartig bewältigt wird. Das beinhaltet die physische Bewegung an gewohnten Orten, es beinhaltet aber auch die kognitive und emotionale Bewegung in unseren Arbeits-, Wohnungs-, Familien, Freizeitthemen.

 

Was aber passiert zwischen diesen Bereichen? Wie wechseln wir von einem Raum in den anderen? Wie rekontextualisieren wir unser mentalen Zustand um uns auf neue Situationen, neue mentale Räume einzustellen? Es sind genau diese Übergänge, die uns ein aktives Wahrnehmen abfordern. Sobald wir solche äußeren Erscheinungen registrieren, erscheinen sie uns in einer manchmal faszinierenden, manchmal irritierenden Mischung aus Gewohntem und Unbekannten. In dieser Ambivalenz können sie unterschiedliche Bedeutung erlangen. Je nach Assoziation, die sie mit unseren Erinnerungen, Erwartungen oder Emotionen bilden, entfalten sie ihre individuelle Wirkung. Ganz, als ob sie sich selbst in den Zwischenräumen unseres Weltmodells bewegen und diese ausfüllen.

 

Update Nov.2016:

Für die Ausstellung ZWOplus im Projektraum Bethanien habe ich eine 9. Episode als Installation auf dem Boden ausgarbeitet. Außerdem gibt es nun zum Diaporama einen Soundtrack.

 


 

 


 

 


 

Zwischenräume

Digitales Diaporama

51 Bilder

13’30“ Dauer

Berlin, Arnsberg

Januar – März 2016

Soundtrack auf der Basis von Samples von Eric Hopton, Pete Chapman und ylearkisto. Vielen Dank für die freundliche Nutzung im Rahmen von Creative Commons 0, bzw. einer Attribution Lizensierung.

 

Zwischenräume, Episode 9

8 digitale Farbfotografien

C-Print auf PhotoRag, 60 cm x 40 cm

2015 – 2016 / 2016

 

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