Ich mag die Fotografie in Dunkelheit immer mehr. Es scheint mir zu liegen – und das obgleich mein Biorhythmus eher auf Früh eingestellt ist. Aber die Nachtofotografie trägt viel Poesie in sich. Und das wiederum ist ein Moment, das ich ausgesprochen mag.

 

Poesie ist etwas, das ich auch von Prag erwartet hatte, als wir einen spontanen Wochenend-Trip dahin unternommen haben. Auf eine gewisse Art und Weise sind solche Trips schon auch fotografische Herausforderungen. Du begegnest einer touristisch aufgepeppten Oberfläche, und das zu fotografieren heißt: Postkarten nachzufotografieren. Da bleibt schnell der subjektive Blick auf der Strecke. Wie als dem begegnen?

Ich hab mich dann gewappnet und die analoge Kamera mit einem Kunstlicht-Film eingepackt, mit dem Ziel (auch) abends zu fotografieren. Das hat wunderbar funktioniert. Prag strahlt schon tagsüber eine wunderbare Stimmung aus. Spätestens abends beginnt sie dann die Menschen zu verzaubern.

 

Die Arbeit besteht aus zwei Serien. Die erste Serie trägt den Titel Nachtschwärmer – Nighthawks. Ein wenig hab ich schon beim Aufnehmen der Bilder das berühmte Hopper-Bild „Nighthawks“ im Kopf gehabt. Und so ist es auch eine Verneigung vor einem großen Vorbild. 

 


 

 

 


 

Nighthawks

18 analoge Farbfotografien

Prag

Oktober 2015

 


 

Die zweite entstand auf dem alten jüdischen Friedhof von Prag. Im Vergleich zur Serie Ein guter Ort ist hier mehr Abstand zu spüren. Abstand, der nach meinem Empfinden in einer gewissen Inszenierung des jüdischen Friedhofs für Touristen, verankert ist. Hier eher beeindruckt, dort tiefer berührt.

 


 

 


 

Cimentary

17 analoge Farbfotografien

Prag

Oktober 2015

 

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