Zwischen Oben und Unten

Zwischen Oben und Unten

Man hatte mich ja schon vorgewarnt: nach dem Fertigstellen einer Arbeit kommt ein Loch. Vorbereitet war ich also. Jedenfalls dachte ich das. Dieses Loch dann aber persönlich zu erleben, ist dann doch eine eigene Erfahrung. 

Erwischt hatte es mich schon vor der Drucklegung. Die letzten Runden, die ich draußen gedreht haben, fühlten sich merkwürdig fremd an. Warum dies fotografieren, oder jenes mitnehmen. Die Neugier war irgendwie verschwunden. Ich hatte das Thema verstanden und ihm eine Form gegeben. Und nun war fertig. 

 

Und trotzdem, ohne Kamera fängt für mich ein gewisses Ungleichgewicht an. Die Arbeit, das schlechte Wetter, Stress hier, Ärger da. Es nagt anders an mir, als mit Kamera in der Hand und Fotoprojekt in Herz und Kopf. Es hält mich einfach in Balance. Das ist so. Und nun fehlte es. 

Selbst wenn Bilder entstanden (nicht dass ich sie bewusst gemacht hätte – ach, ich liebe die Engländer mit ihrem „deliberately“; das Wort trifft, was ich meine) also, worüber erzählen die Bilder dann? Ohne Thema fehlt mir ein Rahmen. Ich habe mich schon stark an das Konzeptionelle gewöhnt. Mag ich ja auch ausgesprochen. Aber ohne Projekt fotografieren? Was mit den Bildern dann anfangen, die dabei entstehen. Merkwürdiges Gefühl. Aber auch eines, das ich auch schon mal kannte. Damals, als ich mich fragte, ob es denn reicht einfach zu knipsen und dann zu zeigen? Was sagen diese Bilder? Was erzählen sie? 

 

Nun gut, ich diszipliniere mich ein wenig und fange einfach mal an. Back to Balance. Und das mach‘ ich zwischen Wolken. Über dem Boden und unter der „Reiseflughöhe“. Jenseits menschlicher Räume. Wenn man mal den Flugverkehr ausnimmt… aber der gestattet eben nur temporäre Aufenthalte. Ob daraus dann was wird? Keine Ahnung. Aber, ich bin einfach zu oft zwischen den Wolken um dem nicht mal eine kleine Reverenz zu erweisen. Es werden sicher noch mehr werden.