Edgar Varèse – Ionisation (1931)

Edgar Varèse – Ionisation (1931)

Nach einer kurzen Pause zum Durchatmen geht’s heute weiter. Ich habe nun zwei Handvoll Beiträge gepostet und dabei ist der Gedanke entstanden musikalische  Linien weiter zu fassen. Nicht nur in einzelnen Beiträgen, sondern über mehrere Beiträge hinweg, gedanklich mich aufzuhalten. Das habe ich in den Tagen bereits gemacht, aber eher spontan und unsystematisch. Ich frage mich, ob ich das systematisieren kann und ich frage mich, ob die Beiträge davon überhaupt profitieren würden. Oder ob dabei eine Breite und auch eine Spontaneität verloren geht. Nun… ohne es auszuprobieren, werde ich es nicht rauskriegen. Wir starten also in den Gedankenfluss mit einem Klassiker der Moderne

Edgar Varèses Ionisation ist schon auch ein sperriges Werk. Es brach seinerzeit mit gewohnten Hörtraditionen, und ist auch heute noch – sagen wir mal – eine akustische Intervention. Es verzichtet vollständig auf einen Anschluss an Tonalität, auch weitgehend auf melodisch getragene Motivbildung. Dennoch – und das ist für mich auch heute noch verblüffend – lässt es sich gut durchhören. Das heißt auch, dass es Elemente enthält, denen wir hörend folgen können. Da sind zum einen Klänge, die – obgleich nicht aus einem Konzertsaal – uns bekannt sind. Sirenen, Klingeln, klappernde und schnarrende Geräusche. Es ist die Klangwelt der Städte und der Industrie. Wir kennen sie, wir verstehen sie. Und da sind zum anderen Rhythmen. Varèse baut an vielen Stellen auf ein durch regelmäßigen Puls und Rhythmus getragenen zeitlichen Verlauf. Auch das macht es uns leicht mitzuhören. Ionisation ist auch klar strukturiert und damit weit weg von einem willkürlichen akustischen Ereignis. Wer sich tiefer interessiert: hier ist eine interessante Analyse des Aufbaus dieses Meilensteins der Musik des 20ten Jahrhunderts zu finden. 

Ionisation in einer Fassung des Ensemble Intercontemporain unter Leitung von Pierre Boulez (alternativ bei Youtube). 


Annus musicae

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