Es geht wieder los

Nach Monaten der Starre könnte man aus dem Titel entnehmen, dass das Leben zurückkommt. Aber ich glaube das ist nicht so. Es sind nun Mutationen, die das Regime übernehmen. Nach Wochen des Rückgangs der Infektionslage und nur kurz vor dem Erreichen eines Zustands der Entspannung – den „klassischen“ Virus haben wir in den Griff bekommen – hat jener sich angepasst. Evolution zum Mitschneiden ist das. Was sonst sich in Jahrtausenden abspielt, der neue Mitbewohner führt es uns in Wochen und Monaten vor.

Und nun?

Ich weiß nicht…

Starre

This Post Has 4 Comments

  1. Wer zu spät kommt…

    Unser Löckchen-Downchen kam spät und harmlos, und der Peak am Ende des letzten Jahres hat mit den hohen Zahlen von Neuinfektionen wohl den Boden für die Ausbreitung der Mutationen bereitet. (Die Bezeichnung „britische Mutation“ führt leider traurige Stereotype fort, nicht weit von Trumps „China virus“)
    Das Virus verhandelt nicht, so schmerzhaft die Einschränkungen auch jetzt schon für Viele sind. Die sog. Seitwärtsbewegung bei den Infektionen findet ja leider ihre Parallele in den Seitwärtsbewegungen derer, die eigentlich voneinander Distanz halten sollten: die bewegen sich hier bei uns leider nur zu oft in nicht überwachte Milieus, in denen dann gemeinsam Bierkästen geleert werden. So gesehen sind die wieder steigenden Inzidenzwerte kein Wunder.
    Da können wir nur hoffen, dass steigende Temperaturen und Impfungszahlen über den Sommer den Durchbruch bringen. Wehe uns, wenn nicht…

    1. ich vermute, Du hast Recht. Und doch hilft der Retroblick nur mäßig. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die soziale Zurückhaltung, die wir nun bei strengen Minusgraden noch recht selbstverständlich aufbringen konnten, im Frühjahr weiter durchsetzbar sein werden. Am Ende – mein kleiner Text hier beschreibt ja nichts, was nicht schon in den Zeitungen stünde – stellt sich für mich die ganz persönliche Frage, wie ich das empfinde und wie meine Perspektiven sich vor meinem Auge darstellen. Und da bin ich aktuell – in ganz freundliche Worten ausgedrückt – tiefenernüchtert. Natürlich werde ich das überleben. Also, immer vorausgesetzt, das Virus hat Nachsicht mit mir und lässt mich nicht auf Intensiv ersticken. Aber von Tag zu Tag bemerke ich stärker, dass und auch wie meine eigenen Ressourcen so zu arbeiten und zu leben an Grenzen stoßen.

  2. „Aber von Tag zu Tag bemerke ich stärker, dass und auch wie meine eigenen Ressourcen so zu arbeiten und zu leben an Grenzen stoßen.“ – Jürgen, ich sträube mich immer noch gegen diese Erkenntnis, vor allem aus der Erkenntnis heraus, daß mir gar nichts anderes bliebe, als weiter so zu arbeiten und leben, wenn sich nichts ändert.
    Was nicht heißt, dass du nicht Recht hast. Definitiv tiefenernüchternd.

    1. Ich bemerke es bei mir an meiner körperlichen Verfassung. An psychosomatischen Beschwerden. Das ist für mich ein Sensorium geworden. Ein Sensorium für Schiefstände und Notwendigkeiten Dinge zu ändern. Und letzteres ist halt echt beschränkt gerade.

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