Etappe 4: Cap d’Agde

Etappe 4: Cap d’Agde

Ich hab nun lange überlegt, ob diese Etappe tatsächlich – wie die vorhergehenden – ortsbezogen sein sollte. Nicht wegen des Rufs, den Cap d’Agde genießt, sondern einfach, weil ich nicht wirklich beeindruckt war.

 

cap-dagde-1-von-13cap-dagde-3-von-13Aber sei’s drum. Letzte Station, Cap d’Agde. Von Millau ca. 150km Richtung Süden, ziemlich genau am Herault entlang. Übrigens gibt’s dort wunderbare Tropfsteinhöhlen. Das zeige ich vielleicht mal zu einem späteren Zeitpunkt.

Cap d’Agde ist ein beliebter Ferienort an der Mittelmeerküste. Viele Anlagen mit Animation locken dort Familien mit Kindern an. So haben wir mit unserem Sohn auch das eine oder andere Jahr Urlaub gemacht. Ist einfach recht entspannend was die Kinderbetreuung anbelangt. Ansonsten ist Cap d’Agde für seine „Village Naturiste“ bekannt. Oder eher berüchtigt. Worüber sich alle Eingesessenen selbst am meisten verklemmt lustig machen.

 

cap-dagde-2-von-13cap-dagde-9-von-13Wir sind nach dem Sight-Seeing von Landschaft und Natur dann dahingefahren um noch ein paar Tage Strand zu genießen.

Ein bisschen ein Kompromiss zum Reisen, das ja auch sressig ist. Trotzdem, mir persönlich fehlt da was. Mir ist das immer ein bisschen zu wenig, was dann dazu führt, dass ich anfange Spuren zu suchen. Spuren von Leben. In Ferienorten beispielsweise fange ich an einen Friedhof zu suchen. Meistens (und auch in Cap d’Agde) vergebens. Es wird ja nur gelebt, wo auch gestorben wird. Andersherum: wo nicht gestorben wird, wird auch nicht gelebt. So auch auch eben hier. Eben eine riesengroße Ferienanlage.

 

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Spuren von Leben sind dann vor allem im Liegengelassenen zu finden.  Liegengelassen wird dann, was in den Touristen-Shops feilgeboten und mangels Qualität nicht immer lange hält.

Für den geneigten Hobby-Fotografen aber ein gefundes Motiv auf der Suche nach zivilisatorischen Erscheinungen. 😉

 

 

 

 

 

cap-dagde-6-von-13cap-dagde-4-von-13Cap d’Agde wartet mit einem Hafen, der vor allem mit Billig-Shops und -Bars gesäumt ist, auf. Mit haufenweisen Segelbooten von Touristen und natürlich auch solchen zum verleihen.

Es ist… naja, eher ohne Überraschungen. Eher ohne etwas, das anders ist. Vermutlich liegt das auch daran, dass die Leute, die hierher kommen eben „abschalten“ wollen, und nichts erleben. Das hießt zwar nicht, dass nicht überall geschäftiges treiben herrscht, Unterhaltung auf allen Ebenen und Kanälen, aber eben nichts was wirklich anders ist, als das Leben zu Hause.

 

 

 

Und der Strand?

cap-dagde-11-von-13cap-dagde-13-von-13Auch dort Spuren. Spuren, von Kommerz, von Eitelkeit, aber manchmal auch von diesem gewissen Bedürfnis nach Kreativität.

 

 

 

 

 

Das ist nun der Abschluss der Reise. Nicht aufregend, aber auch nicht nur unangenehm. Vielleicht gar nicht schlecht die letzten Tage vor dem erneuten Eintauchen in den stressigen Alltag ohne Reisestress zu verbringen.

 

Was fehlt:

Ein Beitrag über Licht und Kontraste. Ein Beitrag über karstige Berglandschaften, in die sich tief Flüsse als malerische Gorges eingegraben haben. Und in deren Inneren zauberhafte Tropfsteinhallen sind. Die Beobachtung, dass wenn Du am Straßenrand stehst, und ein Auto ohne Fahrer mit laufendem Motor siehst, Du sicher sein kannst in Frankreich zu sein. Hat mich schon vor 20 Jahren fasziniert… 😉

 

Aber ich mache nun erstmal Schluss mit meinem Reisebericht. Muss mich nun erst im Alltag wiederfinden. Vielen Dank für’s freundlich zugeneigte Mitlesen. Mir hat’s Spaß gemacht zu schreiben.

 

This Post Has 4 Comments

  1. Für mich der beste schönste eindrucksvollste Bericht von allen.

    1. Oh, das ist ein nettes Lob. Hab‘ Dank 🙂
      Ich hatte schon mit einem anderen „Thema“ angefangen, mich dann heute aber umentschieden und Cap d’Agde doch einen Beitrag zu schenken.

      1. Und wie Du jetzt sicher merkst: ich „arbeite“ gerade die Kommentare durch 😉
        Das andere Thema waren die Höhlen, ja?

        1. Nein, das andere Thema war „Licht des Südens“. Das dümpelt noch, vielleicht bleibt es auch dümpelnd. Weiß noch nicht. Es fühlt sich noch nicht griffig an.

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