Johann Sebastian Bach – Nun komm, der Heiden Heiland, BWV 61

Johann Sebastian Bach – Nun komm, der Heiden Heiland, BWV 61

Es sind dunkle Tage, in denen ich diese Beitragsserie entwerfe. Es kommen auch wieder hellere, aber mutmaßlich dauert das. Musik, das hat auch immer eine spirituelle Dimension, und daher starte ich die Serie heute am ersten Advent. Ein Neujahrstag. Jedenfalls im kirchlichen Kontext. Ob das als Assoziationshilfe für positive Ausblicke ins kommende Jahr ausreicht? Ich zweifle, aber dennoch ist es vielleicht ein Anlass etwas aufzusetzen, das über die Dunkelheit rausreicht. Nur, im Moment ist’s noch so. Irgendwie dunkel.

Nun komm, der Heiden Heiland. Bachs Kantate zum 1. Advent aus dem Jahr 1714. Er war gerade 29 Jahre alt und erst seit Kurzem Erster Kapellmeister am Hof Sachsen-Weimar. Beginnen tut die Kantate mit dem bekannten Choral von Martin Luther, und trotzdem ist das Stück im Stil einer französischen Ouvertüre, also eines recht weltlichen Zusammenhangs komponiert. Der Luther-Choral geht übrigens auf einen Hymnus zurück, den man Ambrosius, einem der vier katholischen Kirchenlehrer, zuschreibt. Veni redemptor gentium. Mir war das immer unklar, warum das der Heiden Heiland sei – und nicht der Christen. Wie auch immer, die Kantate endet mit einem Choral von Philipp Nicolai: Wie schön leuchtet der Morgenstern. Im Bild ist’S nur der Mond, der die Dunkelheit erhellen möchte. Aber dennoch: wenn das mal kein Ausblick auf das heute beginnende Kirchenjahr ist.

Die Kantate hier in einer Version der J.S. Bach-Stiftung St.Gallen unter Leitung von Rudolf Lutz. Lutz verfolgt ein ambitioniertes Programm: er möchte das gesamte Vokalwerk von Bach mit der seinem Chor und seinem Orchester einspielen. Und er begleitet seine Einspielungen und Aufführungen stets mit Workshops und Gedanken. So auch hier.

Mein Auftakt:


Annus musicae

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