Claude Débussy – Trois Nocturnes, L.91

Claude Débussy – Trois Nocturnes, L.91

Drei Orchesterstücke von Debussy, die stilistisch an der Schwelle zwischen Romantik und Impressionismus stehen. Das bedeutet, dass die musikalische Form und damit innermusikalische strukturgebende Momente gegenüber der emotionalen oder assoziativen Wirkung, also einem außermusikalischen Moment zurücktreten. Debussy hatte bei der Komposition seiner drei Stücke Bilder von James Abbott McNeill Whistler vor Augen und bezieht sich damit auf etwas das klar außerhalb der Musik liegt, als auf die bis dahin bestehende Tradition des Notturno als musikalische Form. 

Aus einer tonalen Sprache heraus betrachtet geht der Wechsel von Romantik zum Impressionismus auch mit eine Entfernung von tonalen Satz einher. Da dieser fundamental strukturgebend für die musikalische Form war, musste ein anderes strukturgebendes Moment für Zusammenhalt sorgen. Der Charakter eben. Bei Debussy ist diese Auflösung der Tonalität übrigens ganz gut in der Rückung von unveränderten Akkorden (vor allem im erste Stück) und von einer schwebenden ganz- oder pentatonalen Melodiebildung zu hören. 

Die drei Stücke tragen die Satzbezeichnung:

  1. Nuages
  2. Fêtes
  3. Sirènes

Trois Nocturnes in einer Aufnahme mit Pierre Boulez am Pult (hier auch auf Youtube). Boulez bezieht sich in seinem musikalischen Denken und Handeln immer wieder auf die Entwicklung, die mit Debussy als Übergang in die Moderne verbunden ist. Und er war wohl einer der besten Debussyinterpreten: transparent im Klang, wenig affektgeladen, aber immer klar und stimmig im musikalischen Gedanken und Fluss. 


Annus musicae

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