Unterwegs (4/5): Die Welt, wie er sie sieht

Unterwegs (4/5): Die Welt, wie er sie sieht

Zu seinem Beitrag „Two or Three Things I Know about Edward Hopper„, den Wim Wenders für die Hopper-Retrospektive in der Fondation Beyeler gefilmt hat, sagt dieser, dass Hopper für ihn vor allem ein Maler sei, der cineastisch gedacht und gemalt habe. Damit bezieht er sich in meinen Augen auf die Klasse von Bildern, für die er bekannt ist: Tableaus mit Menschen, vermeintlich sprachlos und verstummt, isoliert voneinander, selbst wenn mehrere von ihnen in einem Bild zusammenstehen. Nighthawks ist wohl das bekannteste von ihnen.

Natürlich ist es eindrucksvoll diese Bilder mal in echt betrachten zu können. Mehr beeindruckt hat mich allerdings ein anderer Hopper. Einer, der sich dem „American Landscape“ zugewandt hat. Bilder, Skizzen, Graphit, Aquarell und Öl auf denen gar keine Menschen zu sehen sind, sondern Landschaften zum Thema werden. Landschaften aber nicht nur als naturgeformte Geländeformen, sondern auch als Umgebungen, die menschengeprägt sind. In einigen dieser Bilder kann man gar spätere Fotografien von Stephen Shore erkennen, andere erinnern auch ein wenig an die Arbeiten der Bechers. Auf eine gewisse Art und Weise werden in Hoppers Bildern die New Topographic-Bewegung der späten 70er Jahre vorgedacht.

Spannend für mich auch, dass ich lange vor einem Bild stand, ein Panoramaformat, das einen strengen horizontalen Aufbau hat, und eigentlich nichts anderes als einen undurchdringlichen Wald darstellt. Da schimmert auch schon Gurskys Rhein II durch. Irgendwie.

Meine zweite Ausstellung in Zeiten der Pandemie. Sie war deutlich voller als die Francesca Woodman Ausstellung im co berlin – und damit auch mit einem gewissen Unwohlsein verbunden. Aber ich mag sie nicht missen. Hopper gesehen zu haben empfand ich als sehr anregend.

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