Fotografisches Update

Fotografisches Update

Irgendwie sammelt sich ja immer etwas an. Unerledigte Post, Aldi-Taschen, Müll, der runtergebracht werden muss. Oder eben auch Bilder, die im Laufe der Zeit so nebenbei oder auch absichtsvoll entstehen. Aber selbst mit Absicht gibt es gerade keinen speziellen Kontext in dem ich sie hochladen könnte. Daher mal als Kontext den vergangenen Monat gewählt: hier also Bilder aus dem April.

Ein paar kleine Serien hab‘ ich ja schon gezeigt. So z.B. das Amy Macdonald Konzert, oder auch die Bilder vom Schnitt im Garten. Die muss ich nicht nochmal listen. Für einige andere wäre es aber tatsächlich zu schade, wenn ich sie nur dem digital-archivierten Tod überantworten würde.

So zum Beispiel die ganzen Bilder, die auf den Dienstreisen in der Luft entstanden sind. Es ist ja nicht immer wolkig, manchmal eben auch recht klar. Und dann hilft es nicht, ich muss eben nach unten fotografieren. Die Bilder, die dabei entstehen entfernen sich mit der Höhe auch vom eigentlichen Gegenstand. Es entsteht (für mich) ein Eindruck der irgendwie zwischen Erinnerungen an Bilder aus dem kriegszerstörten Berlin, zwischen Leiterplatten und Flickenteppichen hin- und herschwankt. Manche Bilder bekommen gar eine reliefartige Anmutung.

Mit wachsendem Abstand wird aus „sichtbar machen“ ein „sichtbar werden“

Manchmal mischen sich aber auch Wolken zwischen Boden und Fotograf. Was mich dabei fasziniert, ist, dass eine merkwürdige Spannung zwischen etwas unzeitlichem und etwas zeitlichem entsteht: Stadt und Landschaft unten am Boden, die bleiben. Die verändern sich nicht – jedenfalls nicht so schnell. Anders die Wolken, die darüber ziehen. Die haben etwas zutiefst flüchtiges an sich. Und mit ihrer Flüchtigkeit verändert sich das Bild stetig. Mit der Kamera gibt’s dann jeweils einen aktuellen Ausschnitt, der nur wenige Sekunden später schon wieder anders aussieht. Für mich ein wichtiger Anschlusspunkt in Richtung Musik (eine sehr zeitliche Kunst) und in dem Kontext auch eine Metapher auf das Leben. Das aber nur nebenbei angemerkt.

Flüchtige und feste Ebenen

Und natürlich – wie kann es anders sein – gibt es auch im April ein Wolkenupdate.

Wolkig

Aber nicht alle Bilder sind so abgehoben. Manches findet auch sehr erdgebunden am Boden statt. Einige Eindrücke aus Spaziergängen in Düsseldorf. Was man halt so tut, wenn man dienstlich unterwegs ist, aber die freie Zeit nicht in Hotelzimmern zubringen will.

Ein weiterer Versuch den Rodchenko-Blick zu üben

Bei diesen Spaziergängen hat sich mir in den letzten Monaten aber wieder das Schaufensterpuppen-Thema aufgedrängt. Kein Wunder, man kommt in den Städten abends angesichts des Lichts gar nicht umhin das wahrzunehmen. Ich finde aber, dass sie gerade abends einen besonderen Ausdruck bekommen. Dass sie anfangen zu kommunizieren. Untereinander, aber auch mit den Leuten draußen. Mit Kopfhaltungen, mit Händen, mit und ohne Augen, Nasen oder Mündern. Irgendwie erwachen sie nachts.

Nightlife

Ich habe vor 5 Jahren schonmal länger und gezielt Schaufensterpuppen fotografiert. Hat mich damals sehr fasziniert – und tut es gerade wieder. Aber thematisch fokussieren werde ich mich darauf nicht. Angesichts dessen, dass ich mir gerade den Stress eines gezielten Fotoprojekts nicht geben mag (oder kann), lass ich das mal genauso laufen, wie die Wolken oder Luftbilder. Irgendwann mal wird sich dabei sicher etwas ergeben. Bis dahin werde ich weiter flanierend fotografieren.

Und damit verabschiede ich mich nun in den Urlaub. Macht’s gut, ich lasse von mir lesen.

This Post Has 3 Comments

  1. Einen schönen Urlaub wünsche ich.

    irgenwie scheine ich Dinge zu verpassen oder sie landen nicht im feed … Gartenschnitt?

    Und ja, mein erster Gedanke war auch zerbombtes Berlin (beim ersten Foto). Ist das jetzt eine Frage der Generation, der Nationalität – das wir das denken?

    1. Dankeschön.
      Doch, doch, Du hast das gesehen. Es hieß Farbe, Licht und Schatten. Glaub ich jedenfalls, vielleicht auch eine Variation davon 😉 . War aber – rein weltlich gesehen – Schnitt und Gehäcksel.

      Ich denke, es ist eine Generationenfrage. Wir sind mit diesem Bildern sozialisiert worden. Jedenfalls ich. Und sie haben sich als Anker fest in meinem Kopf eingenistet. Genauso, wie ich manche Frisuren auch heute noch, nicht ohne Assoziation mit Wehrmacht sehen kann. Das hängt ganz tief in meinem Kopf drin.

      Nun aber wieder zu den schönen Dingen. Ich liege hier auf einer sonnigen Terrasse und lasse es mir gut gehen. Vor mir das Tyrennische Meer … und hinter mir eine tolle Unterkunft. Ich will mal schauen, dass ich ein bisschen Log führe.

      Schöne Grüße aus Golfo Aranci

  2. Oooooooooh – lass es Dir nur weiter gut gehen!!!

    😉

    Genieß es!

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